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Forensische Medizin

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Forensische Altersdiagnostik

 

Leistungen der Forensischen Altersdiagnostik

Als Altersdiagnostik beim Menschen bezeichnet man die Bestimmung des Lebensalters. In der Forensik ist eine Altersbestimmung bzw. -schätzung  von nicht identifizierten Leichnamen notwendig. Die forensische Altersdiagnostik wird allerdings auch von Behörden und Gerichten angefordert, um Menschen mit zweifelhaften Altersangaben nicht aus Altersgründen zu benachteiligen und rechtlich vom Lebensalter abhängige Verfahren korrekt durchführen zu können.

Information zur Altersdiagnostik bei Lebenden

Die forensische Altersdiagnostik erfolgt nach den Leitlinien der AGFAD (Arbeitsgemeinschaft für Forensische Altersdiagnostik). Für die Durchführung einer solchen wird zwingend entweder ein richterlicher Beschluss oder der Auftrag einer Behörde (
gemäß § 42f SGB VIII zur Altersschätzung (körperliche, radiologische und zahnärztliche Untersuchung) und vorab die schriftliche Einwilligung der zu begutachtenden Person und ggf. des Vormunds – die Untersuchung kann erst erfolgen, wenn die vorgenannte Einwilligung hier vorliegt) vorausgesetzt.

Folgende Untersuchungen werden durchgeführt:

• Untersuchung und Anamnese durch eine/n rechtsmedizinisch erfahrene/n Ärztin/Arzt im Hinblick auf allgemeine körperliche Reifezeichen sowie Hinweise auf mögliche Entwicklungsstörungen und Erkrankungen

• eine zahnärztliche (schmerzlose) Untersuchung

• eine radiologische Untersuchung des Ober- und Unterkiefers (Panorama-Schichtaufnahme, OPG) zur Feststellung der Wurzelentwicklung der Weisheitszähne und weiterer altersrelevanter Merkmale im Zahn- und Kieferbereich

• eine radiologische Untersuchung der linken Hand zur Ermittlung des Ossifikationsstadiums vom Handskelett sowie

• wenn notwendig, zusätzlich eine radiologische Untersuchung der Schlüsselbeine mittels CT (Computertomografie) zur Ermittlung des Stadiums der knöchernen Entwicklung an medialen Schlüsselbein-Epiphysen-Regionen.

Der/die zu Untersuchende ist mit einer mit der Problematik befassten Begleitperson und (falls benötigt) mit einem kundigem Dolmetscher, welchen Sie bitte selbstständig beauftragen müssen, falls keine ausreichenden Deutschkenntnisse bestehen, zu einem durch Sie telefonisch zu vereinbarenden Termin (Untersuchungen finden jeweils donnerstags statt) im Institut für Rechtsmedizin an die Pforte einzubestellen.

(Siehe Lageplan auf der Internetseite der Universitätsmedizin – das Institut befindet sich auf dem Plan unten links in der Ecke (Gebäude 908)).

Bitte beachten Sie, dass die zahnärztlichen Untersuchungen erst zwischen 15:30 Uhr und 17:00 Uhr erfolgen werden – dies ist aus organisatorischen Gründen nicht anders möglich.

Um absolute Pünktlichkeit wird gebeten, da sich sonst die nachfolgend geplanten Untersuchungen für weitere Auftraggeber verzögern.

Erfahrungsgemäß führt eine Ladung allein durch unser Institut häufig dazu, dass die Betroffenen nicht erscheinen.

Auf Grund der notwendigen Hinzuziehung weiterer Gutachter aus der radiologischen und zahnärztlichen Klinik der Universitätsmedizin ist mit dem Eingang des koordinierenden rechtsmedizinischen Gutachtens zur Altersbestimmung in etwa 4 Wochen ab Untersuchungstermin zu rechnen.


Jede Untersuchung setzt einen hohen organisatorischen Aufwand voraus. Deshalb bitten wir Sie, unumgängliche Terminänderungen spätestens 24 Stunden vorher mitzuteilen. Wir weisen vorsorglich darauf hin, dass bei unentschuldigtem Terminausfall bzw. nicht mindestens 24 Stunden vorher erfolgter Terminabsage eine Ausfallgebühr im Rahmen der rechtlichen Vorgaben erhoben wird. Bei Nichtwahrnehmung ist mit einer erneuten Terminvergabe erst deutlich später zu rechnen.


Ihren Beschluss/Auftrag richten Sie bitte (gerne auch per E-Mail) an:

UNIVERSITÄTSMEDIZIN
der Johannes Gutenberg-Universität

INSTITUT FÜR RECHTSMEDIZIN

Am Pulverturm 3
55131 Mainz

Ansprechpartner im Sekretariat:

Stefanie Hallmann

––––––––––––––––––––––––––––––
Telefon +49 (0) 6131 17 9519
Fax       +49 (0) 6131 17 9520
E-Mail     stefanie.hallmann@uni-mainz.de





Forensische Ambulanz

Mehr und mehr rückt das Thema Gewalt und hier insbesondere das Thema Gewalt in engen sozialen Beziehungen, d.h. Gewalt in Familien und anderen häuslichen Gemeinschaften in das öffentliche Bewusstsein und wird mehr und mehr enttabuisiert.

Dabei sind sich alle in diesem Bereich tätigen Experten einig, dass nach wie vor eine hohe Dunkelziffer besteht und immer noch nur ein kleiner Teil der Vorfälle angezeigt oder auch nur außerhalb der Familien und häuslichen Gemeinschaften zur Kenntnis gelangt. Dies gilt in besonderem Maße für Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, unabhängig davon, ob es sich um rein körperliche Gewalt oder sexuelle oder sexuell motivierte Gewalt handelt.

Die Forensische Ambulanz am Institut für Rechtsmedizin der Universitätsmedizin Mainz hat es sich wie zahlreiche andere öffentliche Stellen in Rheinland-Pfalz zur Aufgabe gemacht, Opfer solcher Vorfälle in Hinblick auf mögliche Konsequenzen und gegebenenfalls erforderliche weitere medizinische Untersuchungen und Maßnahmen zu beraten und insbesondere durch eine - gegebenenfalls auch für aktuell (noch) nicht gewünschte gerichtliche Auseinandersetzungen - sichere Dokumentation von Verletzungen und verwertungssichere Asservierung von Probenmaterial den Start in einen psychischen Verarbeitungsprozess ihres Traumas zu unterstützen.

Unsere Leistungen

  • Kostenlose Untersuchung von Gewaltopfern, insbesondere auch von Kindern und Jugendlichen
  • Beschreibung und Dokumentation von Verletzungen
  • Interpretation und Diagnostik der möglichen Verletzungsentstehung, auch anhand von Fotodokumentation und / oder radiologischen Befunden
  • Sicherung und Aufbewahrung von Material i.S. späterer Beweismittel
  • Telefonische Beratung für Gewaltopfer und gegebenenfalls deren Angehörige vor einer und gegebenenfalls ohne konkret beabsichtigte Strafanzeige
  • Vermittlung und Organisation erforderlicher weiterführender diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen
  • Konsiliarische Beratung von Ärztinnen und Ärzten innerhalb der Universitätsmedizin, aber auch in anderen medizinischen Einrichtungen und Praxen
  • Beratung von Opfern häuslicher Gewalt, von Jugendämtern und gegebenenfalls der Polizei über Wiederholungsgefahren und die Verletzungsschwere
  • Fortbildungen zum Erkennen von Gewalt, vor allem an Kindern, für Ärztinnen und Ärzte, aber auch für Jugendämter, für Personal in Kindergärten, Schulen und analogen Einrichtungen

Sekretariat Forensische Ambulanz

Sekretariat: Sharon Frietsch

Tel.:  06131 17-9499

Fax:  06131 17-9589

 

 

 

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Prosektur

In der Prosektur des Institutes für Rechtsmedizin werden jährlich etwa fünfhundert Leichenöffnungen (= innere Leichenschau, Obduktion, Sektion) durchgeführt, die meisten davon als so genannte gerichtliche Leichenöffnungen gemäß den Vorgaben der Strafprozessordnung. Jeweils zwei Ärzte/Ärztinnen, von denen in der Regel mindestens einer/eine Facharzt für Rechtsmedizin ist, und ein Präparator, nehmen die Leichenöffnungen vor.

Zu den besonderen Vorzügen der Prosektur zählt eine digitale Röntgenanlage, die bereits vor der eigentlichen Leichenöffnung Einblick in den Verstorbenen gibt. Hieraus können die Obduzenten erste Hinweise auf die Todesursache, Verletzungen und Fremdkörper wie Gas oder Projektile erlangen und darauf ihr Vorgehen bei der Obduktion abstimmen.

Darüber hinaus können toxikologische Untersuchungen von Körperflüssigkeiten schon während der Obduktion Anhaltspunkte für eine Beeinträchtigung durch Alkohol, Medikamente oder Drogen geben.

Neben gerichtlichen Obduktionen führen wir auch klinische, versicherungsmedizinische und Obduktionen im Privatauftrag durch. Zu jeder Obduktion wird ein schriftliches Protokoll erstellt.

Natürlich führen wir auch äußere Leichenschauen zur Feststellung des Todes, der Todesart und der Todesursache durch.

Zu unseren Aufgaben zählt auch die Untersuchung von Knochen und Skeletten.

Wir bieten ferner Leichenfundortbesichtigungen zu jeder Tages- und Nachtzeit einschließlich den Wochenenden und Feiertagen an.

Auch Angehörige können eine rechtsmedizinische Untersuchung (Privat-Obduktion) zur Feststellung der Todesursache eines Verstorbenen beauftragen, falls vom Leichenschau-Arzt ein natürlicher Tod bescheinigt wurde. Andernfalls kann nach Freigabe des Leichnams durch die Staatsanwaltschaft der Verstorbene untersucht werden. Hierfür ist eine telefonische Absprache, auch über die Kosten, mit dem diensthabenden Arzt erforderlich.

Obduktionsanmeldungen (Prosektur):

Tel. 06131 17-9492
Fax 06131 17-9453

Terminabsprachen außerhalb der Dienstzeiten über die Zentrale der Universitätsmedizin Mainz

Tel. 06131 17-0