Visual Universitätsmedizin Mainz

Forensische Medizin

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Forensische Ambulanz

Mehr und mehr rückt das Thema Gewalt und hier insbesondere das Thema Gewalt in engen sozialen Beziehungen, d.h. Gewalt in Familien und anderen häuslichen Gemeinschaften in das öffentliche Bewusstsein und wird mehr und mehr enttabuisiert.

Dabei sind sich alle in diesem Bereich tätigen Experten einig, dass nach wie vor eine hohe Dunkelziffer besteht und immer noch nur ein kleiner Teil der Vorfälle angezeigt oder auch nur außerhalb der Familien und häuslichen Gemeinschaften zur Kenntnis gelangt. Dies gilt in besonderem Maße für Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, unabhängig davon, ob es sich um rein körperliche Gewalt oder sexuelle oder sexuell motivierte Gewalt handelt.

Die Forensische Ambulanz am Institut für Rechtsmedizin der Universitätsmedizin Mainz hat es sich wie zahlreiche andere öffentliche Stellen in Rheinland-Pfalz zur Aufgabe gemacht, Opfer solcher Vorfälle in Hinblick auf mögliche Konsequenzen und gegebenenfalls erforderliche weitere medizinische Untersuchungen und Maßnahmen zu beraten und insbesondere durch eine - gegebenenfalls auch für aktuell (noch) nicht gewünschte gerichtliche Auseinandersetzungen - sichere Dokumentation von Verletzungen und verwertungssichere Asservierung von Probenmaterial den Start in einen psychischen Verarbeitungsprozess ihres Traumas zu unterstützen.

Unsere Leistungen

  • Kostenlose Untersuchung von Gewaltopfern, insbesondere auch von Kindern und Jugendlichen
  • Beschreibung und Dokumentation von Verletzungen
  • Interpretation und Diagnostik der möglichen Verletzungsentstehung, auch anhand von Fotodokumentation und / oder radiologischen Befunden
  • Sicherung und Aufbewahrung von Material i.S. späterer Beweismittel
  • Telefonische Beratung für Gewaltopfer und gegebenenfalls deren Angehörige vor einer und gegebenenfalls ohne konkret beabsichtigte Strafanzeige
  • Vermittlung und Organisation erforderlicher weiterführender diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen
  • Konsiliarische Beratung von Ärztinnen und Ärzten innerhalb der Universitätsmedizin, aber auch in anderen medizinischen Einrichtungen und Praxen
  • Beratung von Opfern häuslicher Gewalt, von Jugendämtern und gegebenenfalls der Polizei über Wiederholungsgefahren und die Verletzungsschwere
  • Fortbildungen zum Erkennen von Gewalt, vor allem an Kindern, für Ärztinnen und Ärzte, aber auch für Jugendämter, für Personal in Kindergärten, Schulen und analogen Einrichtungen

Sekretariat Forensische Ambulanz

Sekretariat: Sharon Völker

Tel.:  06131 17-9499

Fax:  06131 17-9589

 

 

 

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Prosektur

In der Prosektur des Institutes für Rechtsmedizin werden jährlich etwa fünfhundert Leichenöffnungen (= innere Leichenschau, Obduktion, Sektion) durchgeführt, die meisten davon als so genannte gerichtliche Leichenöffnungen gemäß den Vorgaben der Strafprozessordnung. Jeweils zwei Ärzte/Ärztinnen, von denen in der Regel mindestens einer/eine Facharzt für Rechtsmedizin ist, und ein Präparator, nehmen die Leichenöffnungen vor.

Zu den besonderen Vorzügen der Prosektur zählt eine digitale Röntgenanlage, die bereits vor der eigentlichen Leichenöffnung Einblick in den Verstorbenen gibt. Hieraus können die Obduzenten erste Hinweise auf die Todesursache, Verletzungen und Fremdkörper wie Gas oder Projektile erlangen und darauf ihr Vorgehen bei der Obduktion abstimmen.

Darüber hinaus können toxikologische Untersuchungen von Körperflüssigkeiten schon während der Obduktion Anhaltspunkte für eine Beeinträchtigung durch Alkohol, Medikamente oder Drogen geben.

Neben gerichtlichen Obduktionen führen wir auch klinische, versicherungsmedizinische und Obduktionen im Privatauftrag durch. Zu jeder Obduktion wird ein schriftliches Protokoll erstellt.

Natürlich führen wir auch äußere Leichenschauen zur Feststellung des Todes, der Todesart und der Todesursache durch.

Zu unseren Aufgaben zählt auch die Untersuchung von Knochen und Skeletten.

Wir bieten ferner Leichenfundortbesichtigungen zu jeder Tages- und Nachtzeit einschließlich den Wochenenden und Feiertagen an.

Auch Angehörige können eine rechtsmedizinische Untersuchung (Privat-Obduktion) zur Feststellung der Todesursache eines Verstorbenen beauftragen, falls vom Leichenschau-Arzt ein natürlicher Tod bescheinigt wurde. Andernfalls kann nach Freigabe des Leichnams durch die Staatsanwaltschaft der Verstorbene untersucht werden. Hierfür ist eine telefonische Absprache, auch über die Kosten, mit dem diensthabenden Arzt erforderlich.

Obduktionsanmeldungen (Prosektur):

Tel. 06131 17-9492
Fax 06131 17-9453

Terminabsprachen außerhalb der Dienstzeiten über die Zentrale der Universitätsmedizin Mainz

Tel. 06131 17-0