Visual Universitätsmedizin Mainz

Prosektur

In der Prosektur des Institutes für Rechtsmedizin werden jährlich etwa fünfhundert Leichenöffnungen (= innere Leichenschau, Obduktion, Sektion) durchgeführt, die meisten davon als so genannte gerichtliche Leichenöffnungen gemäß den Vorgaben der Strafprozessordnung. Jeweils zwei Ärzte/Ärztinnen, von denen in der Regel mindestens einer/eine Facharzt für Rechtsmedizin ist, und ein Präparator, nehmen die Leichenöffnungen vor.

Zu den besonderen Vorzügen der Prosektur zählt eine digitale Röntgenanlage, die bereits vor der eigentlichen Leichenöffnung Einblick in den Verstorbenen gibt. Hieraus können die Obduzenten erste Hinweise auf die Todesursache, Verletzungen und Fremdkörper wie Gas oder Projektile erlangen und darauf ihr Vorgehen bei der Obduktion abstimmen.

Darüber hinaus können toxikologische Untersuchungen von Körperflüssigkeiten schon während der Obduktion Anhaltspunkte für eine Beeinträchtigung durch Alkohol, Medikamente oder Drogen geben.

Neben gerichtlichen Obduktionen führen wir auch klinische, versicherungsmedizinische und Obduktionen im Privatauftrag durch. Zu jeder Obduktion wird ein schriftliches Protokoll erstellt.

Natürlich führen wir auch äußere Leichenschauen zur Feststellung des Todes, der Todesart und der Todesursache durch.

Zu unseren Aufgaben zählt auch die Untersuchung von Knochen und Skeletten.

Wir bieten ferner Leichenfundortbesichtigungen zu jeder Tages- und Nachtzeit einschließlich den Wochenenden und Feiertagen an.

Auch Angehörige können eine rechtsmedizinische Untersuchung (Privat-Obduktion) zur Feststellung der Todesursache eines Verstorbenen beauftragen, falls vom Leichenschau-Arzt ein natürlicher Tod bescheinigt wurde. Andernfalls kann nach Freigabe des Leichnams durch die Staatsanwaltschaft der Verstorbene untersucht werden. Hierfür ist eine telefonische Absprache, auch über die Kosten, mit dem diensthabenden Arzt erforderlich.